Chirurgie

Chirurgie gehört zur zahnärztlichen Routine.

Manchmal kann ein Zahn trotz aller Erhaltungsversuche nicht mehr gerettet werden oder eine kieferorthopädische Behandlung macht bei starkem Platzmangel eine Zahnentfernung notwendig. Auch können Entzündungen der Wurzelspitze, ein entzündeter Weisheitszahn oder eine Zyste einen chirurgischen Eingriff erforderlich machen.

Zahnextraktion

Das Entfernen eines Zahnes (Extraktion) gehört zu den zahnärztlichen Routine-Eingriffen. Selbst wenn es sich dabei um einen kleinen chirurgischen Eingriff handelt, gibt es für Sie wenig Anlass, davor Angst zu haben. Denn das Entfernen eines kranken Zahnes ist bis auf wenige Ausnahmen unkompliziert. Sie erhalten eine örtliche Betäubung, so dass Sie von der Behandlung kaum etwas spüren. Vor dem Entfernen eines Zahnes wird in einer gründlichen Untersuchung und mit Hilfe einer Röntgenaufnahme festgestellt, ob der erkrankte Zahn wirklich nicht mehr gerettet werden kann. Auf dieser Röntgenaufnahme ist zu erkennen, wie der kranke, brüchige oder lockere Zahn im Kiefer verankert ist – eine wichtige Information, damit der Zahn komplikationslos extrahiert werden kann.

Zur Vorbereitung des Eingriffs ist es wichtig, dass Sie Angaben über regelmäßig eingenommene Medikamente machen (z. B. zur Blutverdünnung nach einem Herzinfarkt) oder ob Sie Allgemeinerkrankungen haben. Diese Angaben haben nämlich auf die örtliche Betäubung und das Vorgehen bei der Zahnentfernung einen großen Einfluss.
Postoperatives Verhalten: „Verhalten nach einem chirurgischen Eingriff“

Weisheitszahnentfernung

Die Natur hat es so eingerichtet, dass bis zu vier Zähne in einem normal entwickelten Gebiss erst zwischen dem 17. und 24. Lebensjahr durchbrechen: die Weisheitszähne. Wenn sie noch im Knochen liegen, können diese Zähne erhebliche Probleme bereiten, indem sie beispielsweise gegen die Wurzel des davor liegenden Zahnes drücken, Gesichts- und Ohrenschmerzen verursachen, zu Entzündungen führen oder in seltenen Fällen sogar Zysten hervorrufen. Nicht selten kommt es darüber hinaus wegen des Platzmangels im Kiefer zu Komplikationen während des Durchbruchs. Die Folge können lokale Schleimhautentzündungen, Schwellungen mit eitrigem Sekret, Schluckbeschwerden, vergrößerte lokale Lymphdrüsen oder Probleme beim Öffnen bzw. Schließen des Kiefers sein. Wenn Weisheitszähne solche Beschwerden bereiten oder erwarten lassen, ist es anzuraten, sie zu entfernen. Dafür muss in der Regel zuerst festgestellt werden, wie der Weisheitszahn im Kiefer verankert ist, um ihn ohne Komplikationen ziehen oder herausoperieren zu können. Üblicherweise ist dafür eine Röntgenaufnahme notwendig. Ist der Weisheitszahn schon vollständig in die Mundhöhle durchgebrochen und sichtbar, lässt er sich meist nach einer örtlichen Betäubung extrahieren. Liegt er jedoch noch teilweise oder vollständig im Knochen, ist eine Operation notwendig, bei der zuerst die bedeckenden Knochenbereiche entfernt werden müssen, um den Weisheitszahn herausnehmen zu können. Die Operation des Weisheitszahnes hinterlässt immer eine Wunde, die vernäht werden muss. Sie spüren aufgrund der Betäubung wenig von der gesamten Behandlung. Die Nähte werden nach etwa einer Woche gezogen. Nach größeren Operationen im Bereich der Weisheitszähne kann die Mundöffnung einige Tage eingeschränkt sein.
Postoperatives Verhalten: „Verhalten nach einem chirurgischen Eingriff“

Wurzelspitzenresektion

Entzündete Wurzeln oder Zysten an der Wurzelspitze müssen nicht unbedingt dazu führen, dass ein Zahn gezogen werden muss. Führt eine herkömmliche Behandlung nicht zum Erfolg, wird im Rahmen eines operativen Eingriffes entzündliches Gewebe oder eine schon vorhandene Zyste mit der Wurzelspitze entfernen. Man nennt das eine Wurzelspitzenresektion. Der Vorteil: Der eigene Zahn kann durch diesen Eingriff in den meisten Fällen noch lange erhalten werden. Entzündete Wurzeln oder Zysten äußern sich nicht immer durch Schmerzen. Sie werden häufig eher zufällig auf einem Röntgenbild entdeckt. Auch aus diesem Grund sind die regelmäßigen zahnärztlichen Untersuchungen so wichtig. Ohne Behandlung können sich die Entzündungen nämlich immer weiter im Kieferknochen ausbreiten und sogar auf die Nachbarzähne oder zum Beispiel im Oberkiefer auf die Kieferhöhle übergreifen. Aus der Entzündung einer Wurzelspitze kann als Spätfolge eine Zyste werden. Deswegen müssen alle Symptome sehr ernst genommen werden. Kann eine Entzündung einer Wurzelspitze nicht auf herkömmlichem Wege behoben werden, ist eine Wurzelspitzenresektion nötig. Bei diesem operativen Eingriff wird die zu behandelnde Stelle betäubt, das Zahnfleisch im Bereich der Wurzelspitze weggeklappt und der darüber liegende Knochen entfernt. Anschließend wird die Wurzelspitze abgetrennt und das entzündete Gewebe oder die Zyste entnommen. In selteneren Fällen muss die Wurzel nach der Entfernung der Spitze an der Trennstelle „von unten“ mit einer so genannten retrograden Füllung abgedichtet werden. Nach der Operation, unter Umständen auch bereits während der Behandlung, wird eine Röntgenaufnahme zur Kontrolle angefertigt.
Postoperatives Verhalten: „Verhalten nach einem chirurgischen Eingriff“

Verhalten nach einem chirurgischen Eingriff

Nach jeder Operation im Kieferbereich – von der Implantation bis zum einfachen Zahnziehen – kommt es auf eine gute Wundversorgung und -heilung an. Risiken, die nach einem chirurgischen Eingriff auftreten können (Entzündungen, Nachblutungen etc.), werden dadurch so gering wie möglich gehalten. Besonders die ersten Stunden nach einer Operation zählen. Und da gilt: kühlen. Mit diesem einfachen Mittel können Sie Schwellungen vorbeugen. Empfehlenswert ist das Kühlen der Wange oder Lippe (also von außen!) mit feucht-kalten Umschlägen. Das direkte Auflegen von Kühlakkus oder Eiswürfeln auf die Gesichtshaut sollte unbedingt vermieden werden, da eine zu starke Unterkühlung des Gewebes negative Folgen haben kann.
Bei anhaltenden Schmerzen helfen nur noch Medikamente. Dabei sollten Sie die Mittel einnehmen, die wir Ihnen verschrieben haben. So haben Sie die beste Chance, dass die Schmerzen schnell nachlassen. Klingen die Schmerzen jedoch nicht ab, sollten Sie uns kontaktieren.

Besonders wichtig nach chirurgischen Eingriffen ist die Kontrolle der Blutstillung. Es kann vorkommen, dass Blutungen erst nach Abklingen der Betäubung auftreten. Der Grund: Dem Betäubungsmittel sind Blutgefäß verengende Substanzen zugemischt, um unter anderem die Arbeit bei der Operation nicht durch zu starke Blutungen zu behindern. Wenn die Wirkung der örtlichen Betäubung nachlässt, kann es zu einer verstärkten Durchblutung kommen. Bei Nachblutungen hilft als Sofortmaßnahme das Beißen auf ein sauberes, keimfreies Taschentuch. Hört die Blutung dennoch nicht auf, ist es notwendig, uns zu kontaktieren.

Je schwerer der Eingriff, desto wichtiger die Kontrolle. Eine regelmäßige Kontrolle der Wunde(n) in den Tagen nach einer Operation ist die Voraussetzung für einen schnellen und erfolgreichen Heilungsprozess. Mögliche Entzündungen oder Wundheilungsstörungen können so rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Leichte Wundschmerzen können nach einem chirurgischen Eingriff in den ersten Tagen auftreten. Nehmen die Schmerzen allerdings nicht ab, sollten Sie uns kontaktieren.

Essen & Trinken:
Um Nachblutungen zu vermeiden, sollten Sie auf Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol und körperliche Anstrengung verzichten. Erst wenn die Betäubung abgeklungen ist – frühestens nach drei bis vier Stunden – dürfen Sie wieder Nahrung zu sich nehmen. Dabei sollten Sie zunächst weiche, flüssige Kost bevorzugen und vorsichtig kauen.

Kälte & Wärme:
Um starken Schwellungen vorzubeugen, die Wange von außen häufig mit feucht-kalten Umschlägen kühlen. Auf keinen Fall jedoch zu extrem mit Eis kühlen! Überwärmungen durch Sonnenbad, Solarium oder Sauna müssen grundsätzlich vermieden werden!

Mund- & Zahnpflege:
Häufiges Mundspülen stört die Wundheilung.

Schmerzen & Beschwerden:
Nach unseren Empfehlungen Schmerzmittel und/oder andere Medikamente (z. B. Antibiotika) einnehmen. Bei anhaltenden Schmerzen, Blutung, sehr starken Schwellungen oder erhöhter Körpertemperatur sollten Sie uns kontaktieren.

Achtung!

Aufgrund der bei dem Eingriff erforderlichen Betäubung/Narkose/Anästhesie ist die Fähigkeit zum Führen von Kraftfahrzeugen oder zum Bedienen von Maschinen auch nach dem Eingriff eingeschränkt bzw. nicht möglich. Auch zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie daher für die Anreise zu uns öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder sich begleiten/fahren lassen.